Larp Basar – das erste Jahr – ein Rückblick 2017-06-19T19:33:56+00:00

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Das erste Jahr Larp Basar ist ist fast vorüber – oder längst vorüber. Wir lassen die Geschichtsschreiber darüber urteilen. Zeit für einen Rückblick. Hier erfährst du nicht nur interessante Hintergründe aus dem 1. Jahr Larp Basar, sondern erhälst noch einmal einen Überblick über unsere Erfolge und Fortschritte im 1. Jahr.

Von der Idee zum Joint-Venture

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Die Idee hinter dem Larp Basar Konzept war weder neu, noch einzigartig. Einen gesammelten Marktplatz speziell für Larp Händler – diese Idee hatten bereits viele. Doch umgesetzt wurde diese Idee nie – bis zur Gründung des Larp Basars.

An einem sonnigen Nachmittag am 10. Februar 2015 rief Matthias Schröder (IT-Name: Etarus) bei Matthias Reuter an (IT-Name: Gasparo). Und erzählte ihm von seiner Idee eines LARP Marktplatzes. Beide verband bereits der Wille „irgendwann mal was gemeinsam zu starten“ – aber es brauchte das richtige Konzept. Während Etarus als Händler während der Con-Saison sein Jahr finanziert, war Gasparo als selbstständiger Webprogrammierer mit weltweitem Kundenstamm bereits völlig in seine Jahresprojekte eingespannt – Zeit über irgendwelche Ideen zu sprechen hatte er eigentlich nicht.

Leistungsfähige Webprogrammierer werden regelmäßig mit Geschäftsideen konfrontiert – meistens laufen sie darauf hinaus, dass der Programmierer die ganze Arbeit hat und der Ideenlieferant außer dem initialen Konzept für sich keine weiteren Aufgaben sieht – doch hier war alles anders. Gasparo war direkt Feuer und Flamme, konnte es aber aufgrund eines Maleurs erst einmal gar nicht zeigen: Als Etarus gerade den Satz „Ich kann dich aber nicht bezahlen“ aussprach, wurde das Gespräch aufgrund eines technischen Fehlers unterbrochen – Etarus dachte sich: Der Mann hat Schneid. Die Situation klärte sich danach schnell auf und die gemeinsame Unternehmung des Larp Basars war gestartet.

Erst die Pflicht, dann die Kür

Dabei waren sich beide am Anfang einig: Wenn sie das Projekt anpacken, dann richtig. Auch wenn nicht immer alles von jetzt auf gleich umgesetzt werden kann, soll der Larp Basar qualitativ neue Standards im Markt setzen. Und während Gasparo in den ersten 3 Monaten quasi Tag und Nacht an der Entwicklung der nötigen Features arbeitete, kümmerte sich Etarus um den Vertrieb – eine wilde Zeit für beide. Die Programmierung setzte regelmäßig neue Herausforderungen, da für viele Anforderungen des Larp Basars keine fertigen Lösungen auf dem Markt existierten. Etarus musste sich mit der gesamten Bandbreite der Reaktionen auseinandersetzen – Viele Händler waren gleich begeistert, manche waren zunächst skeptisch, stellten kritische Fragen und wollten überzeugt werden – und für einige war der Larp Basar einfach nicht das richtige.

Dabei gab es auch rechtlich viele Fragen zu klären: Das Larp Basar Konzept war so innovativ, dass eigens ein Medienrechtsanwalt aus der Soizität Schmidt nicht nur die Rechtstexte und die AGB überprüfte, sondern die gesamte Bestellabwicklung auf rechtliche Gesichtspunkte hin geprüft hat. Ziel war es, dass alle Beteiligten – Kunden, Händler und das Larp Basar Team auf der rechtlich sicheren Seite sind und alle Interessen harmoniert werden. Den Larp Basar ohne rechtliche Prüfung online zu stellen – das wollten Etarus und Gasparo nicht. Am Ende hat sich sich dahingehend ausgezahlt, dass auf Kundenseite und Händlerseite Vertrauen aufgebaut werden konnte – enorm wichtig für den Erfolg des Larp Basars.

Moralische Verpflichtung

Etarus und Gasparo merkten: Vieles braucht Zeit. Händler haben ihr Tagesgeschäft, neue Features müssen erst programmiert werden. Die Motivation blieb aber ununterbrochen hoch und wurde durch ständig neue Erfolgsmeldungen gefüttert. Dabei nahmen wir empfindliche Einbußen in unserem Verdienst in Kauf – bei guter Auftragslage mussten neue Aufträge abgelehnt werden, um sich voll auf die Shop Entwicklung konzentrieren zu können. Man lebt von seiner Substanz und hofft darauf, dass sich der Einsatz irgendwann auszahlt. Etarus und Gasparo war dabei von Anfang an bewusst, dass der „Break Even“, also die Gewinnschwelle, sich erst in einigen Jahren einstellen wird. Es wird auf moralisches Wachstum gesetzt – das bedeutet, dass nicht jede Chance oder jede Gelegenheit ergriffen wird, sondern jede Entscheidung moralisch hinterfragt und diskutiert wird. Ein moralisches Business also – in einem Nischenmarkt. Das hat im ersten Jahr zu teilweise harten Entscheidungen geführt – doch dazu später mehr.

Eine neue Ära beginnt

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Nach mehreren Monaten Entwicklung und Vertrieb war es dann am 01. Juni soweit: Larp Basar ging online. Etarus und Gasparo saßen wie gebannt vor dem Bildschirm und verfolgten die Aktivitäten auf der Website in Analytics. Dann die erste Bestellung. Dann die zweite. und dann noch viel mehr. Es ist ihnen gelungen, die Larper zu überzeugen, Vertrauen aufzubauen, mit Ergebnissen zu Punkten, statt mit Worthülsen und leeren Versprechen. Als der Larp Basar dann in der Sommer-Con-Ausgabe der Larpzeit auf einer ganzen Seite ausführlich vorgestellt wurde, war allen Beteiligten klar: Hier entsteht etwas großes.

Schritt für Schritt

Dann nahmen sich beide die Zeit, das Feedback aufzuarbeiten – zahlreiche Verbesserungen sind durch das großartige, konstruktive Feedback der Larper und Händler entstanden. Rückblickend konnten wir vieles verbessern:

  • Die Performance der Website wurde durch die zahlreichen Erweiterungen beeinträchtigt – nicht die selbstentwickelten, sondern die gekauften. Während wir langfristig die ineffizienten Erweiterungen durch Eigenentwicklungen ersetzen werden, wird die Geschwindigkeit durch zahlreiche weitere Optimierungen um ein vielfaches verbessert.
  • Händler freuen sich über einen reibungslos laufenden Import von Produkten, die automatische Bestandspflege sowie einen komplett in Eigenentwicklung fertiggestellten flexiblen Export von Kundenbestellungen.
  • Viele Kinderkrankheiten wurden dank der aufmerksamen Nutzer behoben – der Larp Basar läuft so stabil wie nie zu vor
  • Die Hardware des Servers wurde just zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels verbessert – um den Faktor 3.
  • Warensondergruppen, wie Hochprozentiges oder Einzelanfertigungen können über den Larp Basar angeboten werden

Mehrere Standfüße für stabiles Wachstum

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Doch während der Larp Basar ein gesundes Wachstum hinlegt, musste die mittelfristige Finanzierung sichergestellt werden – bei einem für mehrere Jahre als Zuschussgeschäft geplanten Larp Basar suchten Etarus und Gasparo nach einer Möglichkeit ihre Erfahrung im Larp Segment an anderer Stelle zu nutzen – der Larp Großhandel, eine weitere Division der gemeinsamen GbR, wurde gegründet – und überzeugte in Kombination mit dem Larp Basar auch die Haspa, die uns einen fünfstelligen Unternehmenskredit ermöglichte. Das Ziel ist, eine Auswahl an Produkten gerade für kleinere Händler zu fairen Preisen verfügbar zu machen. Produkte, die eine wunderbare Ergänzung zum derzeitigen Angebot der Larp Händler auf dem Larp Basar darstellen. Hierbei war und ist es wichtig, den übrigen Händlern nicht die Butter vom Brot zu nehmen – Etarus und Gasparo versuchen dies durch eine intelligente Produktauswahl sowie eine faire Preispolitik zu erreichen – kein Erfolg durch Dumping, sondern durch Qualität. Wichtig ist hierbei eins: Kein Händler – auch nicht die Produkte des Larp Basar Teams – dürfen auf dem Larp Basar bevorzugt dargestellt werden. Jeder Händler erhält die gleichen Chancen bei der Platzierung ihrer Produkte auf dem Portal. Jeder Händler kann durch Ideen und Vorschläge verschiedene Aktionen auf dem Larp Basar platzieren – wir freuen uns auch im zweiten Jahr auf viele spannende Kooperationen.

Erfolgreich scheitern

Zum Jahreswechsel dann die Entscheidung: Der Larp Basar soll weiter wachsen, man braucht Verstärkung. Mit einem neuen Mitarbeiter sollte der Vertrieb verstärkt werden, damit sich vor allem Etarus wieder stärker um die Inhalte und strategische Partnerschaften kümmern kann. Doch es kam leider anders als erhofft – das nötige Wachstum im Vertrieb zur Finanzierung eines in Vollzeit angestellten Mitarbeiters blieb aus. Das Investment „Mitarbeiter“ war gescheitert – vorerst. Es war ein harter, sehr schmerzvoller, aber wohlüberlegter Schritt, den Mitarbeter im Rahmen der Probezeit wieder zu entlassen – so sehr auch versucht wurde eben dies zu verhindern. Gerade in einem Startup muss man beweglich bleiben und mit den vorhandenen Finanzen das Maximum erreichen. Würden die Gründer es rückblickend wieder mit einem Mitarbeiter versuchen?

Ja, denn wir haben wertvolle Erfahrung in der Zeit gesammelt, die bei dem nächsten personellen Wachstum helfen wird. Wir waren schlichtweg noch nicht bereit für diesen Schritt. Wir wollten nicht dazu gezwungen sein, unmoralische Entscheidungen zu treffen, um die Existenz eines Mitarbeiters garantieren zu können. Diese Erfahrung hat uns gezeigt, dass man Wachstum nicht erzwingen kann – der Erfolg stellt sich ein, aber manches braucht seine Zeit.

Gleichzeitig lief im Hintergrund natürlich gern mal etwas schief, worüber Etarus und Gasparo heute lachen können. Wichtig ist, zu Fehlern zu stehen und daraus zu lernen. Das Kredo: Wir feiern jeden Fehler, aber machen ihn nur einmal. Und dennoch wurden viele Fragestellungen in endlosen Diskussionen immer und immer wieder durchexerziert, um direkt beim ersten Versuch ein sehr gutes Ergebnis zu erreichen.

Die Larp Welt verbessern

Alle Aktivitäten von Etarus und Gasparo zielen darauf ab, die Larp Welt zu verbessern. Das Engagement bedeutet auch, herausragende Projekte aus der Larp Szene zu unterstützen. Dabei greift der Larp Basar tief in die eigene Tasche oder wird kreativ und versucht auch No-Budget-Projekte zu verwirklichen. Dabei wurden bereits im ersten Jahr Kooperationen, finanzielle Unterstützung oder gemeinsamer Austausch unter anderem mit Zauberfeder, Teilzeithelden, Ogerteam, Freyhand, Larpwerker-Convention, Goblinstadt, Farmion e.V. und vielen mehr umgesetzt. Gleichzeitig ist es mit dem Larp Basar gelungen, kleinen Handwerkerbetriebe und Branchengrößen auf einer Plattform mehr Chancengleichheit zu bieten – das verbessert nicht nur die Vielfalt, sondern gibt gerade kleineren Händlern die Möglichkeit sich unabhängiger von Verkäufen auf Märkten und Cons zu machen. Die Branchengrößen wiederum freuen sich über einen zusätzlichen Vertriebskanal und den vergleichsweise geringen Aufwand durch die zahlreichen vom Larp Basar zur Verfügung gestellten Schnittstellen.

Wo die Reise hingeht

Für die Saison 2016 wurden alle Hausaufgaben gemacht: Technisch und unternehmerisch steht der Larp Basar so gut dar, wie nie zuvor. Händler können sich bereits jetzt über eine vollautomatische Produktpflege und Bestellabwicklung freuen – für letztere bieten wir sogar eine Schnittstelle für eine verzögerungsfreien Injektion der Bestelldaten in das Shop- oder Warenwirtschaftssystem des Händlers.

Mit über 4.000 Produkten und knapp 30 Händlern hat der Larp Basar das Ziel für das erste Jahr erreicht: Ein Onlineeinkaufszentrum für Larper zu etablieren.

Die nächsten Ziele sind klar gesteckt:

  1. Während der Saison 2016 kümmern wir uns um Detailverbesserungen und die optimale Betreuung der Händler und Kunden.
  2. Weitere Händler für den Larp Basar gewinnen
  3. Intensivierung und Ausbau von Kooperationen sowie Erstellung weiterer Inhalte, wie Vom Hobby zum Unternehmen: wann muss ich ein Gewerbe anmelden?
  4. Nach der Saison wird aufgeräumt. Derzeit handelt es sich bei dem Design des Larp Basars um ein stark angepasstes Kauf-Theme – dabei handelt es sich um ein fertiges Design, das viele Funktionen mitbringt. Viele Funktionen, die wir nicht brauchen. Wir werden kein Stein auf dem anderen lassen und eine komplette Eigenentwicklung forcieren.
  5. Die Neuentwicklung des Designs ist Voraussetzung für das nächste große Funktionsupgrade: Eine Kommunikations- und Support-Schnittstelle zwischen Händler und Kunden. Von der Paketverfolgung, über den Widerruf, der Reklamation oder der Informationsaustausch für Einzelanfertigungen: Es wird ein benutzerfreundliches System entwickelt, das Zeit und Aufwand bei Händlern und Kunden spart.

danke

Ohne jeden einzelnen Input aus der Larp Gemeinschaft wäre der Larp Basar nicht dort, wo er heute steht. Wir danken jedem einzelnen, für die Käufe auf dem Larp Basar, die zahlreichen Likes und vor allem Interaktionen und geteilten Beiträge auf Facebook und die Unterstützung unserer Händler und Partner!